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Josip Broz Tito
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Josip Broz Tito ['jÉsip 'brÉz 'tito] (serbisch-kyrillisch ĐĐžŃип ĐŃОС ТиŃĐž; * 7. Mai 1892 in Kumrovec, KĂśnigreich Kroatien und Slawonien, Ăsterreich-Ungarn als Josip Broz; â 4. Mai 1980 in Ljubljana, SR Slowenien, SFR Jugoslawien) war ein jugoslawischer kommunistischer Politiker (BdKJ), antifaschistischer Widerstandskämpfer, marxistischer Theoretiker und bestimmte von 1945 bis 1980 autokratisch die Politik Jugoslawiens, zunächst als Regierungschef, ab 1953 als Staatspräsident.
Josip Broz nahm 1934 den Kampfnamen Tito an, als er Mitglied des Politbßros der seit 1921 verbotenen Kommunistischen Partei Jugoslawiens wurde und in den politischen Untergrund ging. Im Jahr 1937 wurde er Generalsekretär der Partei.
Nach der Besetzung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg fĂźhrte Tito als Marschall von Jugoslawien die kommunistischen Partisanen im Kampf gegen die deutschen und italienischen Besatzungsmächte sowie innenpolitische Gegner, wie die faschistischen Ustascha und kĂśnigstreuen Tschetniks. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zunächst Ministerpräsident (1945â1953) und schlieĂlich Staatspräsident (1953â1980) seines Landes; ein Amt, das er bis zu seinem Tod bekleidete. Er verfolgte nach dem Bruch mit Stalin 1948 eine als Titoismus bezeichnete, von der Sowjetunion unabhängige Politik und galt seit den 1950er Jahren als einer der fĂźhrenden Staatsmänner der Bewegung der Blockfreien Staaten. Um Tito wurde ein intensiver Personenkult betrieben.
Contents
⢠Leben
⢠Privatleben
⢠Personenkult
⢠Sonstiges
⢠Galerie
⢠Schriften
⢠Literatur
⢠Rundfunkberichte
⢠Film
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben
Jugend und Erster Weltkrieg
Josip Broz entstammte einer kleinbäuerlichen Familie im kroatischen Kumrovec, das zur Zeit seiner Geburt zu Ăsterreich-Ungarn gehĂśrte. Sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt, und es kursieren bis zu 15 verschiedene Daten in der Literatur, wobei in neueren Publikationen zumeist der 7. Mai 1892 angegeben wird.cite-ref-1[1] Das Geburtshaus von Josip Broz ist heute Bestandteil des Freilichtmuseums Etno-selo Kumrovec. Sein Vater Franjo war ein Kroate, dessen Vorfahren vor Mitte des 16. Jahrhunderts aus dem damals ebenfalls zu Ăsterreich gehĂśrenden Welschtirol (heute Trentino, Italien) eingewandert waren, seine Mutter Marija war Slowenin. Er war das siebte Kind der Familie.
Er absolvierte eine Schlosserlehre in Sisak und trat am 10. März 1910 in die Sozialdemokratische Partei Kroatiens und Slawoniens ein. Er arbeitete als Metallarbeiter in Zagreb, Kamnik, in der Autofabrik Laurin & Klement in Mladå Boleslav und in Deutschland, um 1911 unter anderem bei Benz & Cie. in Mannheim.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] Später arbeitete Tito als Einfahrer bei Daimler in Wiener Neustadt und wohnte bei seinem Bruder in NeudÜrfl.
Im Herbst 1913 wurde Broz in die Üsterreichisch-ungarische Armee eingezogen. Als im Jahr darauf der Erste Weltkrieg ausbrach, kam er zunächst als Artillerie-Unteroffizier an die Front gegen Serbien. Bereits 1914 wurde er zum Feldwebel befÜrdert. 1915 geriet er als habsburgischer Unteroffizier an der Ostfront in russische Kriegsgefangenschaft. Er war in der Bukowina verwundet und mit seinem gesamten Bataillon gefangen genommen worden. Die ihm fßr die Gefangennahme von elf russischen Soldaten zugesprochene Silberne Tapferkeitsmedaille konnte ihm nicht mehr ßberreicht werden.
Danach befand er sich bis März 1916 in einem improvisierten Lazarett des Uspenski-Klosters in Swijaschsk im Gouvernement Kasan, ehe er in ein Lager in der Nähe der Stadt Alatyr am Fluss Sura kam. Er meldete sich freiwillig zur Arbeit bei einem GroĂbauern in dem Dorf Kalassewo im Gouvernement Simbirsk, wo er als Mechaniker in einer DampfmĂźhle tätig war. Im Herbst 1916 wurde Broz in die Stadt Kungur im Gouvernement Perm verlegt, wo er als Ăbersetzer und Aufseher an einer Eisenbahnstrecke arbeitete. Im Mai 1917 wurde er in die kleine Bahnstation Jergatsch in der Nähe von Perm versetzt.
Während der Februarrevolution 1917 wurde Broz aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kam im Juni nach Petrograd, wo er sich politisch betätigte. Broz wurde Zeuge der Oktoberrevolution und trat in jenen Tagen in die Rote Garde (Rote Armee) ein und kämpfte auf Seiten der Bolschewiki im Bßrgerkrieg.
In der Zwischenkriegszeit (1920 bis 1940)
1920 kehrte Broz in seine Heimat zurĂźck, die nun zum neu geschaffenen KĂśnigreich Jugoslawien gehĂśrte.
Broz schloss sich nach seiner Heimkehr der Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) an. 1927 wurde er zum Sekretär der Metallarbeitergewerkschaft gewählt. Da die KPJ damals verboten war, wurde er wegen politischer Agitation mehrmals inhaftiert, zuletzt am 4. August 1928, wo in der Wohnung, vor der er verhaftet wurde, Bomben gefunden wurden. Im sogenannten Bomber-Prozess, der vom 6. bis 14. November 1928 stattfand, wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, die er von 1928 bis 1934 in den Gefängnissen in Lepoglava, Maribor und Ogulin absaĂ. Die Gefängniszeit nutzte er, um sich zu bilden. Mit Hilfe seines Mitinsassen und -genossen MoĹĄa Pijade vertiefte er seine Kenntnisse in kommunistischer Literatur und in russischer und deutscher Grammatik.cite-ref-4[4]
Nach seiner Entlassung wurde er noch im selben Jahr in das Politbßro des Zentralkomitees der KPJ gewählt.
In den Jahren von 1936 bis 1938 engagierte sich Tito (wie er sich ab 1934 nannte) auf Seiten der Republikaner im Spanischen BĂźrgerkrieg, wo er in Paris fĂźr die Einschleusung von Freiwilligen verantwortlich war.cite-ref-5[5]
Nach blutigen Parteisäuberungen, denen auch der Generalsekretär der KPJ Milan GorkiÄ zum Opfer fiel, wurde Tito 1937 von der Komintern zu dessen Nachfolger ernannt, da er als zuverlässiger Anhänger Stalins galt. 1940 wurde er in dieser Funktion durch eine konspirative Nationalkonferenz seiner Partei in Zagreb bestätigt.cite-ref-6[6]
PartisanenfĂźhrer im Zweiten Weltkrieg
Am 25. März 1941 unterzeichnete die Regierung CvetkoviÄ den Beitritt zum Dreimächtepakt. In der zweiten Nacht darauf vollzog sich in Belgrad der Putsch unter FĂźhrung des Generals DuĹĄan SimoviÄ, der mit den Westmächten sympathisierte. Nachdem Deutschland Jugoslawien im April 1941 Ăźberfallen hatte (Balkanfeldzug), lebte Tito zunächst von den Deutschen unbehelligt weiterhin im Belgrader Villenviertel. Erst nach dem deutschen Ăberfall auf die Sowjetunion musste er untertauchen und organisierte den bewaffneten Widerstand der jugoslawischen Kommunisten gegen die deutschen und italienischen Besatzer in Form des Partisanenkrieges.
Während des Krieges gelang es den kommunistischen Partisanen Jugoslawiens unter der FĂźhrung Titos, sich gegen die Besatzer und die mit ihnen verbĂźndete faschistische Ustascha-Bewegung aus Kroatien durchzusetzen. Dabei wurde er erst nach der Konferenz von Teheran durch die Alliierten unterstĂźtzt. Vor allem in Serbien kämpften sie gegen die zunächst kollaborierenden Tschetnik-Freischärler. Die Volksbefreiungsarmee (NarodnooslobodilaÄka vojska/armija), wie die Partisanen sich nannten, konnte sich als politisch einflussreichste Gruppe etablieren. Während des Widerstandskampfes wurde Tito zum Marschall ernannt und stand ab dem 29. November 1943 an der Spitze des Antifaschistischen Rates der Nationalen Befreiung (AVNOJ), der eine provisorische Regierung bildete und weite Teile des besetzten Landes kontrollierte. Mitte 1944 konnten Tito und sein Stab mit Hilfe der alliierten Militärberater, die die jugoslawischen Partisanen unterstĂźtzten, knapp einem groĂ angelegten deutschen Attentatsversuch, dem Unternehmen RĂśsselsprung, entkommen. Das Hauptquartier der Partisanen im bosnischen Drvar wurde von den Deutschen zwar zerstĂśrt, das eigentliche Ziel, die Ermordung oder Verhaftung Titos, misslang jedoch. Nach einigen kĂźrzeren Zwischenstationen konnte der Partisanenkrieg vom neuen Hauptquartier auf der kroatischen Insel Vis aus fortgesetzt werden.
Seit Ende 1944 ßbte der Antifaschistische Rat die Macht in ganz Jugoslawien aus. Er wurde auch von den Alliierten anerkannt und vor allem vom britischen Premier Churchill unterstßtzt. Bereits während des Krieges zielte Titos Diplomatie darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen den Westmächten und der Sowjetunion zu halten.
Der Staatschef der Nachkriegszeit
Entgegen seiner Anweisung, keine Kriegsgefangenen zu exekutieren, sondern vor ein Militärgericht zu stellen, geschah in der unmittelbaren Nachkriegszeit beispielsweise das Massaker von Bleiburg.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] Der hochrangige jugoslawische Politiker und Dissident Milovan Äilas sah Titos Rolle dabei so:
âNiemand weiĂ, ob Tito direkte Befehle gegeben hat oder nicht. Doch er war sicher fĂźr eine radikale LĂśsung, genau wie die Briten pragmatische GrĂźnde hatten, diese FlĂźchtlinge zurĂźckzuschicken. Jugoslawien befand sich im Zustand des Chaos und der ZerstĂśrung. Eine Zivilverwaltung gab es praktisch nicht. Es gab keine ordentlichen Gerichte. Es gab keine MĂśglichkeit, die 20.000 bis 30.000 Fälle zuverlässig zu untersuchen. So war der einfachste Ausweg, sie alle zu erschieĂen und damit das Problem los zu sein.âcite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Nach Kriegsende lieà sich Tito in einer Volksbefragung den Machterhalt bestätigen. Am 29. November 1945 wurde er Ministerpräsident der Volksrepublik Jugoslawien. Bis 1953 betrieb er mit Hilfe der Nationalen Volksbefreiungsfront und der KPJ die Umwandlung Jugoslawiens in einen sozialistischen Staat. Dabei setzte er auch Repressionen ein. Zahlreiche politische Gegner, nach 1948 vor allem Stalinisten, wurden in den folgenden Jahren, besonders auf der Gefängnisinsel Goli otok, durch die Geheimpolizei UDBAcite-ref-11[11] verfolgt, inhaftiert und gefoltert.cite-ref-12[12]
In der Skupťtina erklärte Tito am 26. Juni 1950 Üffentlich:
âSchon im Volksbefreiungskrieg haben wir die alten Grundlagen des Staates vernichtet: a) die Administration; b) die Polizei und Gendarmerie; und c) die Reste der Militärorganisation der Exilregierung mit den Äetnici MihailoviÄâ, den UstaĹĄe PaveliÄâ und der WeiĂen Garde Rupniks. Wir haben diese revolutionäre Tätigkeit systematisch durchgefĂźhrt, nach den klassischen Prinzipien des Marxismus, dessen Lehre wir gänzlich angewendet haben. [âŚ] Der Widerstand gegen die Deutschen war nur ein Vorwand, denn das endgĂźltige Ziel war, an die Macht zu kommen und den integralen Kommunismus einzufĂźhren.âcite-ref-13[13]
In Jugoslawien waren nur wenige Truppen aus der Sowjetunion stationiert, hauptsächlich in Belgrad selbst und in der Vojvodina. Dies ermĂśglichte Tito eine auf Unabhängigkeit und Gleichberechtigung beruhende AuĂenpolitik, zu der auch eigenständige Beziehungen zum Westen gehĂśrten.
Zudem nahm er fĂźr Jugoslawien in Anspruch, einen eigenen Weg zum Sozialismus zu gehen, der im Kern ein gewisses MaĂ an Arbeiterselbstverwaltung der Betriebe vorsah. Dieser so genannte Titoismus brachte das Land in Gegensatz zu den sowjetischen Hegemoniebestrebungen und fĂźhrte 1948 zum Bruch zwischen Tito und Josef Stalin. Die Auseinandersetzung wurde mit erbitterter Härte gefĂźhrt. Stalin versuchte vergeblich, die jugoslawische Partei gegen Tito aufzuhetzen, und drohte ihm in der Prawda Ăśffentlich mit Mord; âdas Schicksal Trotzkis ist lehrreichâ, konnte man dort in Bezug auf Tito lesen. Die Einladung Stalins, in Moskau die Differenzen âfreundschaftlichâ zu besprechen, lehnte Tito folglich ab. Am 29. November 1949 riefen die Kominform-Mitglieder offen zum Sturz von Tito und zum Kampf gegen den Titoismus auf. Aufgrund offensichtlich vereitelter Mordversuche hatte Tito Stalin 1948 in einem Brief geschrieben: âHĂśr auf, MĂśrder nach mir auszusenden! Wir haben bereits fĂźnf von ihnen gefangen, einer von ihnen trug eine Bombe, der andere hatte ein Gewehr (âŚ) Falls Du das nicht verstehst, schicke ich einen sehr effizienten Killer nach Moskau zu Dir. Ich muss bestimmt keinen zweiten nachsenden.âcite-ref-14[14]
Im Zuge der Entstalinisierung nach Stalins Tod unter Nikita Chruschtschow (1956) und der AuflĂśsung des Kominform normalisierten sich die Beziehungen mit der Sowjetunion wieder.
Nach der Annahme einer neuen Verfassung im Jahr 1953 wurde Tito am 14. Januar 1953 in das Amt des Staatspräsidenten gewählt, das er ab 1963 auf Lebenszeit innehatte. Er setzte sich fĂźr die Gleichberechtigung der Staaten, die friedliche Koexistenz der BlĂścke und fĂźr die Entwicklungsländer ein. Zusammen mit dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser, dem indischen Premierminister Jawaharlal Nehru sowie dem indonesischen Präsidenten Sukarno gehĂśrte er zu den Protagonisten einer Politik der Blockfreiheit. Diese wurde mit der GrĂźndung der Bewegung der Blockfreien Staaten institutionalisiert. Durch sein Charisma und seine auf Ausgleich zielende Politik erwarb er sich auch auĂerhalb Jugoslawiens besonderes Ansehen. Er war einer der angesehensten Vertreter der blockfreien Staaten, deren Einwohner etwa zwei Drittel der Menschheit ausmachten. 1967, nach dem Sechstagekrieg, fror Tito die diplomatischen Beziehungen zu Israel ein.cite-ref-15[15]
Innenpolitisch verfolgte Tito weiterhin einen autoritären Regierungsstil, obwohl es nach der Absetzung des Sicherheitschefs Aleksandar RankoviÄ 1966 zu einer deutlichen Liberalisierung der jugoslawischen Gesellschaft kam, die sich z. B. in einer relativen Freiheit von Kunst und Kultur ausdrĂźckte. Den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die ÄSSR 1968 verurteilte er scharf, was sein Image im westlichen Ausland zusätzlich verbesserte. Laut seinem Biografen Pirjevec soll das Verhältnis âmit Bonnâ, insbesondere Bundeskanzler Willy Brandt, aber auch anderen Sozialdemokraten, deutlich besser gewesen sein als das mit der politischen Leitung der DDR.cite-ref-16[16]
Im Jahr 1971 wandte er sich gegen den sogenannten Kroatischen FrĂźhling, eine politische Reformbewegung, welche fĂźr die damalige Sozialistische Republik Kroatien mehr Rechte und Autonomie innerhalb Jugoslawiens forderte. Tito reagierte mit Massenverhaftungen, da er den Kern des jugoslawischen Sozialismus, die propagierte âBrĂźderlichkeit und Einheitâ (Bratstvo i jedinstvo), angegriffen sah. Die Ereignisse fĂźhrten dazu, dass Jugoslawien 1974 auf Initiative Titos eine neue Verfassung erhielt, die den FĂśderalismus stärker betonte. Dies war, neben einer neuen Aufteilung der erwirtschafteten Devisen, eine der Forderungen des Kroatischen FrĂźhlings gewesen. Gleichzeitig wurde durch die Verfassung von 1974 die Stellung des Staatspräsidenten gestärkt, da Tito uneingeschränkte Vollmachten als Staatsoberhaupt auf Lebenszeit eingeräumt wurden. Die neue Verfassung legte ausdrĂźcklich fest, dass der Staatspräsident keinem anderen staatlichen Organ gegenĂźber politisch oder rechtlich verantwortlich war. Seine charismatische persĂśnliche Diktatur wirkte zunehmend anachronistisch. Auch behinderten die oft ideologisch motivierten Entscheidungen die LĂśsung anstehender Probleme. Dennoch genieĂt er im RĂźckblick in den postjugoslawischen Staaten einen sehr guten Ruf.cite-ref-17[17]
Tod und Begräbnis
Nach einer akuten Verschlechterung seiner pAVK (âRaucherbeinâ) im Rahmen einer arteriellen Thrombose wurde der 87-jährige Tito am 3. Januar 1980 in das Universitätsklinikum Ljubljana eingeliefert. Das dort behandelnde Team bestand neben acht jugoslawischen Ărzten aus dem US-amerikanischen Kardiochirurgen Michael Ellis DeBakey sowie dessen Kollegen Marat Knjasew aus der Sowjetunion.cite-ref-18[18] Diese stellten bei ihm die Indikation fĂźr einen arteriellen Bypass, um die GefäĂversorgung des Beines zu gewährleisten. Die in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar 1980 durchgefĂźhrte Operation brachte nicht den gewĂźnschten Erfolg, sodass aufgrund fortschreitender Nekrosen und der Entwicklung eines lebensbedrohlichen Gangräns ein Teil des linken Beines am 20. Januar amputiert wurde.cite-ref-19[19] AnschlieĂend besserte sich sein Gesundheitszustand kurzzeitig wieder so weit, dass er seinen Verpflichtungen als Staatschef nachkommen konnte. Aufgrund einer erneuten gesundheitlichen Verschlechterung wurde Tito in die Abteilung fĂźr kardiovaskuläre Chirurgie in Ljubljana eingeliefert, wo er drei Tage vor seinem 88. Geburtstag am 4. Mai 1980 um 15:05 Uhr starb.
Viele Staatspräsidenten und hochrangige Politiker erwiesen ihm bei seiner Beisetzung am 8. Mai 1980 die letzte Ehre. Gemessen an der Anzahl kondolierender Politiker und Staaten, die Delegationen sandten, war die Beerdigung mit vier KĂśnigen, 31 Präsidenten, sechs Prinzen, 22 Premierministern und 47 AuĂenministern die bis zum damaligen Zeitpunkt weltweit grĂśĂte.cite-ref-vidmar166-20-0[20] Darunter waren Leonid Breschnew, Andrei Gromyko, Erich Honecker, Margaret Thatcher, Helmut Schmidt, Francesco Cossiga, Nicolae CeauČescu, Kim Il-sung, Saddam Hussein, Jassir Arafat und Felipe GonzĂĄlez.cite-ref-ridley-21-0[21] Tito wurde im Belgrader Mausoleum âKuÄa cveÄaâ (âHaus der Blumenâ) beigesetzt.cite-ref-22[22] Sein Sarkophag wird jährlich von bis zu 20.000 Menschen besucht. Das Mausoleum ist heute Teil des Museums der Geschichte Jugoslawiens.
Privatleben
Ehen und Nachkommen
⢠Pelagija Belousova (Russin, 1904â1960), 1. Ehefrau. Kinder:
⢠Žarko Broz (1924â1995) Enkel:
⢠Josip JoĹĄka Broz (1947â2025), serbischer Politiker, wurde im November 2009 zum Vorsitzenden der neugegrĂźndeten Kommunistischen Partei Serbiens gewählt.cite-ref-23[23]
⢠Svetlana Broz (* 1951), Kardiologin und Journalistin, lebt in Sarajevo.
⢠Zlatica Broz
⢠Edvard Broz (* 1951)
⢠Herta Haas (Sloweniendeutsche, 1914â2010), 2. Ehefrau, lebte bis zu ihrem Tod Anfang März 2010 in Belgrad.cite-ref-24[24] Kinder:
⢠Miťo Broz (* 1941), von 2004 bis 2009 kroatischer Botschafter in Indonesien, lebt in Zagreb. Enkel:
⢠Saťa Broz (* 1969), Regisseurin, ehemalige Theaterdirektorin in Pula
⢠Andreja Broz (* 1971), Firmeninhaberin (Combis) in Zagreb
⢠Jovanka BudisavljeviÄ-Broz (Serbin, 1924â2013), 3. Ehefrau, die Ehe blieb kinderlos. Die ehemalige âFirst Ladyâ Jugoslawiens trat bereits ab etwa 1977 vermutlich auf Betreiben einer Gruppe slowenischer Parteifunktionäre um Stane Dolanc und Mitja RibiÄiÄ bis zum Begräbnis Titos nicht mehr in der Ăffentlichkeit auf.cite-ref-25[25] Danach stand sie Jahre unter Hausarrest, ihr VermĂśgen wurde eingezogen. Sie lebte bis zu ihrem Tod zurĂźckgezogen und in ärmlichen Verhältnissen in Belgrad.cite-ref-26[26]
AuĂereheliche Beziehungen
Titos Beziehungsleben war durch einen häufigen Wechsel der Partnerinnen gekennzeichnet. Er versprach mehreren Frauen die Ehe. Bereits den ersten Hochzeitstermin hielt er aber nicht ein und verlieĂ seine erste Verlobte am Hochzeitstag vor der EheschlieĂung. Tito hatte mehrere auĂereheliche Kinder von mehreren Frauen.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28] Titos zweiter auĂerehelicher Sohn Hans Studer fiel als Soldat der deutschen Wehrmacht im Einsatz gegen die Partisanen Titos. Als grĂśĂte Liebe Titos gilt Davorjanka PaunoviÄ (Serbin, 1921â1946). Mit ihr begann er während seiner zweiten Ehe eine Affäre. Als PaunoviÄ an Tuberkulose starb, sorgte Tito dafĂźr, dass sie neben seiner Residenz in Belgrad beerdigt wurde.cite-ref-29[29]
Personenkult
Titos Regime zeichnete sich durch einen starken Personenkult aus, der sich zunächst am Stalinismus orientierte.cite-ref-30[30] Tito wurde in staatlich kontrollierten Ritualen als Held eines nationalen Mythos gefeiert und verehrt.
Eine besondere Rolle spielte dabei der 25. Mai, an dem Tito 1944 in seinem Unterschlupf bei Drvar dem Zugriff deutscher Fallschirmjäger knapp entkommen war. Dieser Tag wurde bis 1988 als der angebliche Geburtstag des Marschalls, als ein Siegestag der Partisanen und als Tag der Jugend (bis 1987 mit einem landesweiten Staffellauf unter der Bezeichnung Stafette der Jugend) begangen.cite-ref-31[31] Bis zu Titos Tod endete er in Belgrad mit der Ăbergabe kunstvoll gestalteter Stafetten an ihn.cite-ref-32[32]
In Jugoslawien waren acht Städte (in jeder Republik und autonomen Region) sowie ein Berg nach Tito benannt:
⢠Titograd statt Podgorica (heute Hauptstadt von Montenegro)
⢠Titova Korenica statt Korenica (Stadt in Kroatien)
⢠Titov Vrbas statt Vrbas (Stadt in der Vojvodina)
⢠Titov Veles statt Veles (Stadt in Mazedonien)
⢠Titova Mitrovica statt Mitrovica (Stadt im Kosovo)
⢠Titovo UŞice statt UŞice (Stadt in Serbien)
⢠Titov Drvar statt Drvar (Stadt in Bosnien und Herzegowina)
⢠Titovo Velenje statt Velenje (Stadt in Slowenien)
⢠Titov Vrv statt Golem TurÄin (Berg in Mazedonien)
Nach dem Zerfall Jugoslawiens erhielten alle Städte wieder ihre alten Namen. Nachdem die meisten der frĂźher nach Tito benannten StraĂen und Plätze in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens zu Beginn der 1990er Jahre umbenannt worden waren, wurde 2009 in Ljubljana wieder eine StraĂe nach Tito benannt, was in einer Meinungsumfrage von 60 % der Einwohner gutgeheiĂen wurde. Aufgrund einer Klage der Jugendorganisation der konservativen Partei Neues Slowenien verbot das Verfassungsgericht Sloweniens jedoch die Neubenennung von StraĂen nach Tito, da dies als BefĂźrwortung von dessen totalitärem Regime verstanden werden kĂśnne. Das Urteil wurde von Mitgliedern der Socialni demokrati, des Partisanenverbandes sowie von dem Historiker JoĹže Pirjevec kritisiert, da es die Rolle Titos bei der Befreiung Sloweniens vom Faschismus ignoriere.cite-ref-33[33]
Im September 2017 wurde in der kroatischen Hauptstadt Zagreb der âMarschall-Tito-Platzâ in âPlatz der Republik Kroatienâ umbenannt, was zuvor kontrovers diskutiert worden war. Im Stadtrat stimmten 29 Mitglieder fĂźr die Umbenennung und 20 dagegen. Diese Aktion wurde durch die Partei des ehemaligen Kulturministers Zlatko HasanbegoviÄ initiiert. Die Debatte Ăźber die historische Rolle Titos fĂźhrt in Kroatien regelmäĂig zu politischen Auseinandersetzungen.cite-ref-34[34]
In Teilen der BevĂślkerung der ehemaligen jugoslawischen Republiken wird Tito weiterhin verehrt. In seinem Geburtsort Kumrovec in Kroatien wurde ein Tito-Museum mit angegliedertem Bildungszentrum eingerichtet.
Sonstiges
Um Tito ranken sich zahllose Legenden. Unter anderem erzählt Bruno Kreisky in seiner Autobiographie Zwischen den Zeiten von Titos Trinkfestigkeit, aber auch davon, dass er auch abseits des Protokolls noch ein halbes Jahrhundert nach Zerfall der Ăśsterreichisch-ungarischen Monarchie persĂśnliche BezĂźge zu Ăsterreich bewahrt haben soll. Laut Kreisky soll Tito nach dem Ende des offiziellen Teiles eines Staatsbankettes seine Dolmetscher ins Hotel geschickt und dann mit Kreisky in Ăśsterreichischem Deutsch und gelĂśster Atmosphäre geplaudert haben.
Ivan Ivanji berichtet in seinem autobiografischen Buch "Titos Dolmetscher", dass Tito bei Gesprächen mit Deutschsprachigen die durch das Dolmetschen auftretenden Gesprächspausen zum Vorbereiten seiner Antworten taktisch genutzt habe, da er ja schon selbst alles verstanden hatte. Zu Titos Sprachkenntnissen bemerkt Milovan Äilas, dieser habe trotz seiner geringen Schulbildung leicht Fremdsprachen gelernt. Während des Ersten Weltkrieges habe er Russisch, nach dem Bruch mit der Sowjetunion 1948 Englisch gelernt. Auch erwähnt er die guten Deutschkenntnisse Titos. Im Kroatischen habe er jedoch lange Zeit Probleme mit der Rechtschreibung gehabt und serbische und kroatische AusdrĂźcke durcheinander verwendet. Vor allem aber habe er in seinen Reden russische FremdwĂśrter verwendet, âund da er, wie es die Art der Menschen aus der Zagorje ist, die Worte langzog, erweckte er bei den Menschen, die ihn nicht kannten, den Verdacht, keiner der Unseren, sondern ein Russe zu sein.âcite-ref-djilas1-35-0[35]
Tito hatte sich die Adriainsel Brijuni â meist mit ihrem italienischen Namen Brioni zitiert â zur Präsidentenresidenz und zu einem zweiten Regierungssitz ausbauen lassen.cite-ref-36[36] Eine Zeit lang war es bei Staatsbesuchen Ăźblich, Tito als Geschenk Tiere fĂźr seinen Privatzoo mitzubringen. Einige Nachkommen dieser Gastgeschenke bevĂślkern heute das Naturschutzgebiet auf der Insel Brijuni. Daneben hatte er noch einen Wohnsitz bei Bled in der damaligen Teilrepublik Slowenien: das Schloss Egg in Brdo pri Kranju.
FĂźr Titos Sonderzug aus blauen Wagen wurden spezielle Lokomotiven vorgehalten, zunächst drei blau gestrichene Schnellzug-Dampflokomotiven der jugoslawischen Baureihe 11 (Nachbauten der MĂV-Baureihe 424). In den 1960er Jahren kaufte die Jugoslawische Staatsbahn JĹ˝ hierfĂźr drei blaue Diesellokomotiven des Typs ML 2200. Tito verfĂźgte auch Ăźber zwei dieselmechanische Salontriebwagen der italienischen Firma Breda aus der Vorkriegszeit. Im FrĂźhjahr 1961 erhielt Tito den modernen hochmotorisierten Salontriebwagen MOT 410. Seit 1952 nutzte er die Galeb als Staatsyacht.
Als Titos Leben verfilmt werden sollte, wurde mit Richard Burton ein westlicher Spitzendarsteller verpflichtet. Während der Dreharbeiten des Filmes (ursprĂźnglicher Titel: The Battle of Sutjeska, später in The Fifth Offensive umbenannt) kam es zu einer Begegnung mit dem Schauspieler, dem â wie Tito â der Ruf der Trinkfestigkeit vorauseilte.
1963 wurde Tito sogar fĂźr den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.cite-ref-37[37]
Ursprung des Kampfnamens âTitoâ
Ăber den Ursprung des Namenszusatzes âTitoâ herrscht nach wie vor Unklarheit. Tito ist ein alter, heutzutage jedoch recht unĂźblicher Name kroatischen Ursprungs, welcher sich auf den einstigen rĂśmischen Kaiser Titus bezieht.cite-ref-38[38] Der Name war in Titos Ursprungsgegend, dem kroatischen Zagorje, allgemein geläufig. Josip Broz selbst bestätigte in einem handschriftlichen Vermerk, dass dieser Name sehr typisch fĂźr seine Region war, und fĂźgte hinzu, dass dies auch der Hauptgrund war, weshalb er diesen Namen zwischen 1934 und 1936 annahm; das besagte Dokument befindet sich im Archiv der Kommunistischen Partei Jugoslawiens.
Josip Broz verwendete in Dokumenten mit innerstaatlichem Bezug zunächst den Spitznamen âRudiâ, bei internationalen Angelegenheiten wiederum den Spitznamen âWalterâ. Allerdings nannte sich Rodoljub ÄolakoviÄ, ein Kampfgefährte und späterer Minister in der Tito-Regierung, damals ebenfalls âRudiâ. Daher soll Broz fĂźr sich zu dem heute fĂźr ihn bekannten Kampfnamen âTitoâ gewechselt sein.cite-ref-39[39] Titos Biograph Vladimir Dedijer behauptete, dass dieser Name auf den kroatischen Schriftsteller der Romantik TituĹĄ BrezovaÄki zurĂźckzufĂźhren sei.
Eine aktuelle Theorie wurde vom kroatischen Journalisten Denis KuljiĹĄ (Journalist bei der Wochenzeitschrift Globus) aufgeworfen. Dieser soll Informationen von einem Nachfahren von Baturin, einem Spion der Komintern, der in den 1930er Jahren in Istanbul operiert haben soll, erhalten haben. Baturin soll von einem Code-System berichtet haben, das von Josip Broz verwendet worden sein soll. Josip Broz soll einer seiner Agenten gewesen sein, dessen geheime Spitznamen angeblich stets auf Pistolenbezeichnungen beruhten. Broz selbst soll bestätigt haben, dass er den Spitznamen âWalterâ verwendet hatte, welcher wohl auf die deutsche Pistole Walther PPK zurĂźckzufĂźhren ist. Baturin zufolge war einer seiner letzten Spitznamen âTTâ, der von der sowjetischen Pistole TT-33 abgeleitet war. Angeblich sollen nach Brozâ RĂźckkehr nach Jugoslawien zahlreiche Dokumente der Kommunistischen Partei mit diesem Pseudonym unterzeichnet worden sein. KuljiĹĄ zufolge soll sich die Bezeichnung âTTâ (im Kroatischen als âte teâ ausgesprochen) nach einigen Jahren zu âTitoâ gewandelt haben.cite-ref-40[40]
Einer volkstĂźmlichen Erklärung zufolge sei der Zusatz durch die Verbindung von zwei WĂśrtern entstanden: ti (deutsch âDuâ) und to (deutsch âdiesâ bzw. âdasâ). In der volkstĂźmlichen Ăberlieferung wird erwähnt, dass Josip Broz in den hektischen Kriegsjahren diese Worte häufig in seinen Kommandos benutzt haben soll. Dabei soll er zunächst auf die betreffende Person gezeigt haben und dann auf die konkrete Aufgabe. Ăbersetzt wĂźrde der Befehl folgendermaĂen lauten: âDu tu dies und du tu das!â Diese These wird im 1949 erschienenen Werk Eastern Approaches von Fitzroy Maclean erwähnt.
Auszeichnungen (Auszug)
Innen- wie auĂenpolitisch gehĂśrte das Sammeln von Orden fĂźr Tito zur jugoslawischen Staatspolitik. Innenpolitisch konnte der Staat damit Errungenschaften und Jubiläen feiern, bei denen Tito die Hauptrolle spielte, weil es diese ohne ihn mĂśglicherweise nicht gegeben hätte. So machte der Sozialistische Bund des werktätigen Volkes Jugoslawiens (SSRNJ)cite-ref-41[41] noch kurz vor Titos Tod den (verschwiegenen) Vorschlag, ihm einen vierten Orden des Volkshelden, wegen seiner âerfolgreich Ăźberstandenen Operationâ, zu verleihen. AuĂenpolitisch gehĂśrte der Ordenstausch bei Staatsbesuchen oder -empfängen in der Regel zur verabredeten Pflicht. Tito wurde durch diese Praxis zu dem Staatsmann mit den meisten Orden.cite-ref-42[42]
⢠1915: Silberne Tapferkeitsmedaille
⢠1944: Suworoworden I. Klasse (Sowjetunion)cite-ref-43[43]
⢠1945: Sowjetischer Siegesorden
⢠1946: Partisanenkreuz (Volkspolen)
⢠1947: Militärorden Michael der Tapfere (Rumänien)
⢠1954: ErlÜser-Orden (Griechenland)
⢠1956: GroĂkreuz der Ehrenlegion (Frankreich)
⢠1956: Militärmedaille (Frankreich)
⢠1956: Ordre national du mÊrite (Frankreich)
⢠1956: Croix de guerre
⢠1956: KÜniglicher Orden von Kambodscha
⢠1958: Militärorden fßr Tapferkeit (Bulgarien)
⢠1959: KÜniglicher Seraphinenorden (Schweden)
⢠1963: Orden vom Aztekischen Adler (Mexiko)
⢠1963: Orden vom Kreuz des Sßdens (Brasilien)
⢠1946, 1964: Orden des WeiĂen LĂśwen (Tschechoslowakei)
⢠1965: Sankt-Olav-Orden (Norwegen)
⢠1965: Stern der VÜlkerfreundschaft (DDR)
⢠1966: Stern von Rumänien
⢠1968: Chrysanthemenorden (Japan)
⢠1969: Verdienstorden der Italienischen Republik â GroĂkreuz mit GroĂer Ordenskette
⢠1970: Orden vom Niederländischen LÜwen
⢠1970: Nassauische Hausorden vom Goldenen LÜwencite-ref-44[44]
⢠1970: Leopoldsorden (Belgien)
⢠1972: Leninorden (Sowjetunion)
⢠1972: Order of the Bath (Vereinigtes KÜnigreich)
⢠1974: Elefanten-Orden (Dänemark)
⢠1977: Orden des heiligen Jakob vom Schwert (Spanien)
⢠1977: Orden des Infanten Dom Henrique (Portugal)
⢠1974, 1977: Karl-Marx-Orden (DDR)
⢠1944, 1972, 1977: Orden des Volkshelden (Jugoslawien)
⢠1977: Orden der Oktoberrevolution (Sowjetunion)cite-ref-45[45]
Im Jahr 2011 stellten der Bundesverband der Landsmannschaft der Donauschwaben sowie die Donauschwäbische Kulturstiftung beim Bundespräsidenten Christian Wulff den Antrag, Tito das GroĂkreuz des Bundesverdienstordens abzuerkennen. Hintergrund des Antrags war die Internierung von etwa 200.000 Donauschwaben am Ende des Zweiten Weltkriegs. Zwischen den Jahren 1944 bis 1948 sollen laut FAZ.net mehr als 50.000 donauschwäbische Zivilisten in Titos Massenlagern umgekommen sein.cite-ref-46[46] Der Antrag scheiterte.
Galerie
Schriften
⢠Ausgewählte Reden. Dietz-Verlag, Berlin 1976.
⢠Der jugoslawische Weg : Sozialismus und Blockfreiheit : Aufsätze und Reden. Mßnchen 1976.
⢠Ausgewählte Reden und Schriften. Band III/2. Klett-Cotta, Stuttgart 1984, ISBN 3-608-91132-4 (Bände IâII nicht erschienen).
Literatur
⢠Marie-Janine Calic: Tito. Der ewige Partisan. Eine Biografie, Beck, Mßnchen 2020, ISBN 978-3-406-75548-4.
⢠Marc Halder: Josip Broz Tito (1892â1980). In: Martin Sabrow, Susanne Schattenberg (Hrsg.): Die letzten Generalsekretäre. Kommunistische Herrschaft im Spätsozialismus (= Kommunismus und Gesellschaft. Bd. 8). Ch. Links Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-96289-028-5 (Sonderauflage fĂźr die Landeszentralen fĂźr politische Bildung), S. 15â35.
⢠Klaudija Sabo: Ikonen der Nationen : Heldendarstellungen im post-sozialistischen Kroatien und Serbien. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-051848-1, 2 Tito: Demontage und Wiederauferstehung einer Staats-Ikone, S. 37â88 (degruyter.com [PDF]).
⢠Marc Halder: Mythos Tito. In: Bundeszentrale fĂźr politische Bildung (Hrsg.): Jugoslawien (= Aus Politik und Zeitgeschichte). Band 2017, Nr. 40â41. Bonn 29. September 2017 (bpb.de).
⢠JoĹže Pirjevec: Tito : Die Biografie. Kunstmann, MĂźnchen 2016, ISBN 978-3-95614-097-6 (slowenisch: Tito in tovariĹĄi. Ljubljana 2011. Ăbersetzt von Klaus Detlef Olof).
⢠Ivo und Slavko Goldstein: Tito. Profil, Zagreb 2015, ISBN 978-953-313-417-8.
⢠Marc Halder: Der Titokult. Charismatische Herrschaft im sozialistischen Jugoslawien. Oldenbourg, Mßnchen 2013, ISBN 978-3-486-72289-5.
⢠Pero SimiÄ: Tito â Geheimnis des Jahrhunderts. Orbis, MĂźnchen 2012, ISBN 978-961-6372-75-6 (Originaltitel: TITO â Fenomen stoljeÄa : Prva politiÄka biografija. Zagreb 2009.).
⢠Marc Zivojinovic: Der jugoslawische Tito-Kult â Mythologisierte Motive und ritualisierte Kulthandlungen. In: Benno Ennker, Heidi Hein-Kircher (Hrsg.): Der FĂźhrer im Europa des 20. Jahrhunderts (= Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung. Band 27). Herder-Institut, Marburg 2010, ISBN 978-3-87969-359-7, S. 181â199 (herder-institut.de [PDF]).
⢠Ivan Ivanji: Titos Dolmetscher. Promedia, Wien 2007, ISBN 978-3-85371-272-6.
⢠Richard West: Tito and the Rise and Fall of Yugoslavia. Sinclair-Stevenson, London 1994, ISBN 0-7867-0332-6.
⢠Filip RaduloviÄ: Ljubavi Josipa Broza. Grafos, Belgrad 1990, ISBN 86-7157-096-7.
⢠Holm Sundhaussen: Tito. in: Biographisches Lexikon zur Geschichte SĂźdosteuropas. Band 4. MĂźnchen 1981, S. 325â329.
⢠Fitzroy Maclean: Tito : Ein Kampfgefährte berichtet. Orell Fßssli, Zßrich 1980, ISBN 3-280-01257-0.
⢠Milovan Äilas: Tito. Eine kritische Biographie. Molden, Wien 1980, ISBN 3-217-01158-9.
⢠Vladimir Dedijer: Tito. Biographie. Ullstein, Berlin 1953.
Rundfunkberichte
⢠Philipp GrĂźll und Frank Hofmann: Jugoslawiens Agenten in Deutschland â Mord im Namen Titos, Deutschlandfunk â âHintergrundâ vom 16. Oktober 2014
⢠Stimme von Tito (aus der Sendung âJugoslawiens Innen- und Aussenpolitikâ), Schweizer Radio, 21. April 1955
Film
⢠Die fĂźnfte Offensive â Kesselschlacht an der Sutjeska (Original: Sutjeska) jugoslawischer Kriegsfilm, 1972
Weblinks
Commons
: Josip Broz Tito
â Sammlung von Bildern und Videos
Wikiquote: Josip Broz Tito
â Zitate
⢠Literatur von und ßber Josip Broz Tito im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Zeitungsartikel ßber Josip Broz Tito in den Historischen Pressearchiven der ZBW
⢠Tito-Archive auf marxists.org (englisch)
⢠titoville.com Vermeintliche Homepage von Tito, erstellt von zwei slowenischen Studenten; mit zahlreichen Fotos und Dokumenten (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Pero SimiÄ: TITO â Fenomen stoljeÄa. Prva politiÄka biografija 2009. S. 29.
cite-note-22. â Ulla Hoffmann: Wo Jugoslawiens Staatschef am Schraubstock stand. In: IHK â Wirtschaftsmagazin Rhein-Neckar. 7/8. 2008, S. 41â42.
cite-note-33. â M. Roth: Titos Lehrjahre als Schlosser beim Benz. (Memento vom 5. Februar 2011 im Internet Archive) In: BergsträĂer Anzeiger. 28. Januar 2011.
cite-note-44. â Ivo und Slavko Goldstein: Tito. Profil, Zagreb 2015, S. 61â75.
cite-note-66. â Adam Bruno Ulam: Tito, Titoismus. In: Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft. Eine vergleichende Enzyklopädie. Band VI. Herder, Freiburg / Basel / Wien 1972, Sp. 451 f.
cite-note-77. â Jacques SĂŠmelin: Säubern und Vernichten. Die politische Dimension von Massakern und VĂślkermorden. Hamburg 2007, S. 24.
cite-note-88. â Sabrina P. Ramet, Davorka MatiÄ: Democratic transition in Croatia: value transformation, education & media. Texas A&M University Press, 2007, S. 274.
cite-note-99. â George Urban: Gespräche mit Zeitgenossen. Beltz, Weinheim 1982, S. 201.
cite-note-1010. â In AuszĂźgen auch bei Ekkehard VĂślkl: Abrechnungsfuror in Kroatien. In: Klaus-Dietmar Henke, Hans Woller (Hrsg.): Politische Säuberung in Europa : Die Abrechnung mit Faschismus und Kollaboration nach dem Zweiten Weltkrieg. MĂźnchen 1991, ISBN 3-423-04561-2, S. 374.
cite-note-1111. â Bosko S. Vukcevich: Tito. Architect of Yugoslav disintegration. Rivercross Publications, New York 1994, ISBN 0-944957-46-3, S. 331 ff. (Kapitel The Role of UDBA and KOS in 1948 and Afterwards).
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cite-note-1313. â Politika, 26. Juni 1950. Zitiert bei Arnold Suppan: Hitler â BeneĹĄ â Tito: Konflikt, Krieg und VĂślkermord in Ostmittel- und SĂźdosteuropa. Hrsg.: Michael Gehler, Wolfgang Mueller (= Internationale Geschichte. Band 1). Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, 2014, ISBN 978-3-7001-7309-0, 9. Rache, Vergeltung, Strafe (In Jugoslawien), S. 1357 (austriaca.at [PDF]).
cite-note-1414. â Rolf HĂźrzeler: Titos Drohbrief an Stalin zeigte Wirkung. Tages-Anzeiger-Blog mit Verweis auf Simon Sebag Montefiores Buch âWritten in Historyâ.
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cite-note-vidmar166-2020. â Josip Vidmar, Rajko Bobot, Miodrag Vartabedijan, Branibor DebeljakoviÄ, Ĺ˝ivojin JankoviÄ, Ksenija Dolinar: Josip Broz Tito â Ilustrirani Ĺživljenjepis. Jugoslovenska revija, 1981, S. 166.
cite-note-ridley-2121. â Jasper Ridley: Tito: A Biography. Constable, 1996, ISBN 0-09-475610-4, S. 19.
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cite-note-2626. â Nachruf sueddeutsche.de
cite-note-2828. â Martin Rath: Parlamentarier sind keine Affen & andere normative Ideen. In: Legal Tribune. 3. Februar 2013.
cite-note-2929. â KOSMO-Redaktion: Diese Frau war die grĂśĂte Liebe von Josip Broz Tito (FOTO). In: KOSMO. 26. Dezember 2018, abgerufen am 13. Oktober 2022 (deutsch).
cite-note-3030. â Petra Bock, Edgar Wolfrum: Umkämpfte Vergangenheit. Geschichtsbilder, Erinnerung und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich. Vandenhoeck & Ruprecht, GĂśttingen 1999, S. 216.
cite-note-3131. â Elmir Camic: Tito als politischer Held. In: Peter Tepe, Thorsten Bachmann u. a. (Hrsg.): Mythos No. 2. Politische Mythen. KĂśnigshausen & Neumann, WĂźrzburg 2006, S. 194â213.
cite-note-3232. â WeiĂer Riese. In: Der Spiegel. Nr. 21, 1984 (online).
cite-note-3333. â Verfassungsgericht verbietet Tito-StraĂe. In: ORF.at, 5. Oktober 2011; abgerufen am 8. Oktober 2011.
cite-note-3434. â Adelheid WĂślfl: Tito wird in Zagreb abmontiert. In: derStandard.at. 12. September 2017, abgerufen am 15. Oktober 2017.
cite-note-djilas1-3535. â Milovan Äilas: Tito. Eine kritische Biographie. 1980, S. 15â18. Zum Dialekt der Zagorje siehe Kajkavisch.
cite-note-3636. â Frank Partridge: Inside Titoâs luxury playground. BBC Radio 4, 8. August 2009.
cite-note-3737. â https://www.nobelprize.org/nomination/archive/show_people.php?id=12959
cite-note-3838. â Gerhard Herm: Der Balkan. Das PulverfaĂ Europas. Econ Verlag, DĂźsseldorf / Wien / New York / Moskau 1993, ISBN 3-430-14445-0, S. 315.
cite-note-3939. â Male Novine: Titovim Stazama Revolucije. Special edition, 1977, S. 96.
cite-note-4040. â fehlende Quelle.
cite-note-4141. â In der deutschen Ăbersetzung des Buches von Äilas vereinfacht als âSozialistischer Bund der Nationalen-Front-Organisationâ Ăźbersetzt.
cite-note-4242. â Milovan Äilas: Tito: Eine kritische Biographie. Molden, Wien 1980, ISBN 3-217-01158-9, S. 209.
cite-note-4343. â ĐĐžŃип ĐŃОС ТиŃĐž (Memento vom 27. Januar 2021 im Internet Archive), histrf.ru (russisch)
cite-note-4444. â Jean Schoos: Die Orden und Ehrenzeichen des GroĂherzogtums Luxemburg und des ehemaligen Herzogtums Nassau in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag der Sankt-Paulus Druckerei, Luxemburg 1990, ISBN 2-87963-048-7, S. 344.
cite-note-4545. â Berislav Badurina, Sead SaraÄeviÄ, Valent Grobenski, Ivo EteroviÄ, Mladen Tudor: Bilo je Äasno Ĺživjeti s Titom. Vjesnik, 1980, S. 102.
cite-note-4646. â Inland in KĂźrze. In: FAZ.net. vom 1. Februar 2011.